Wandern für Klima und Artenschutz

(Pressemeldung der BI Schorn)

Gegen Flächenfraß durch Gewerbegebiet Schorn! Die Bürgerinitiative Schorn und der BUND Naturschutz Kreisgruppe Starnberg veranstaltete am 18. September unter dem Motto Wandern für Klima und Artenschutz eine geführte Wanderung durch das Schorner Tal und durch das Gelände des geplanten Gewerbegebietes Schorn.

Das Schorner Tal würde durch das geplante Gewerbegebiet Schorn unwiederbringbar zerstört!

Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger aus den umliegenden Gemeinden Wangen, Schäftlarn, Neufahrn aber auch aus Berg und Percha sind der Einladung der BI Schorn gefolgt und setzten damit ein deutliches Zeichen für Klima und Artenschutz und gegen Flächenfraß! Die Wichtigkeit dieser Aktionen wurde auch durch Vertreter der Gemeinderäte der umliegenden Gemeinden und der Grünen im Stadtrat Starnberg unterstrichen.

Die Bundestagskandidatin für die Grünen, Martina Neubauer, ließ es sich nicht nehmen durch Ihre Teilnahme ein Zeichen für die Umwelt zu setzen .

Der benachbarte Pferdehof Schorn stellte, stellvertretend für viele Reiter, die das Tal gerne nutzen, 2 Ponies um den teilnehmenden Kinder die Möglichkeit zu geben, die noch unverbaute Natur auf dem Rücken der Ponies zu erleben.

Dieses wurde mit großer Begeisterung von den Kindern angenommen.

Die Stadt Starnberg plant seit einigen Jahren ein ca. 47 ha großes Gewerbegebiet nördlich von Schorn mit massiven Auswirkungen auf das Klima, im Besonderen für den Luftaustausch der angrenzenden Stadt München, der vorkommenden Artenvielfalt und somit generell dem Artenschutz und die Verkehrsbelastung in den umliegenden Gemeinden.

Das geplante Gewerbegebiet liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Forstenrieder Park. Es gibt zurzeit keinerlei Erschließung des Gebietes. Die gesamte Infrastruktur müsste neu erschaffen werden. Die entstehenden Unterhaltungskosten würden die Stadt und Gemeinden in der Zukunft stark belasten. Bannwälder müssten gerodet und große Flächen versiegelt werden.  Durch die Versiegelung von Flächen im Schorner Tal würde es zukünftig unmöglich werden, die Grundwassernutzung des großen Grundwasserstroms im Schorner Tal auszubauen und somit gutes Trinkwasser für Starnberg in der Zukunft zu sichern.  

Durch die Rodung von bestehenden Wäldern und den Betrieb des Gewerbegebietes werden mehrere 100 Tausend Tonnen jährlich zusätzliches CO2 in die Atmosphäre abgegeben und dadurch der Klimawandel weiter beschleunigt. Dabei ist der zusätzliche Verkehr noch gar nicht eingerechnet.

Von den 40 Vogelarten die in dem Landschaftsschutzgebiet leben (Vogelgutachten Bund Naturschutz 2019 und 2020), sind schon 1/3 durch die massive Bebauung und Versiegelung der Flächen gefährdet. Auch eine Reihe von Tierarten, die unter strengem europäischem Naturschutz stehen –  darunter Zauneidechsen und Haselmäuse – wurden im Plangebiet gefunden,. Damit würde das geplante Gewerbegebiet das Artensterben weiter vorantreiben! Dieses steht in krassem Widerspruch zum Willen Bürger, die sich in Starnberg 2019 mehrheitlich für mehr Artenschutz ausgesprochen haben!

Durch die schlechte Straßenanbindung des geplanten Gewerbegebietes wird es in den umliegenden Gemeinden Wangen, Neufahrn und Schäftlarn, aber auch in Berg und Percha bei einer vorsichtigen Schätzung von 3.000 neuen Arbeitsplätzen, zu rund 5.900 Kfz-Fahrten pro Tag mehr kommen. Neue Schätzungen auf Basis der geplanten Geschossflächen gehen von bis zu 10.000 bis 15.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen aus, die nicht nur den Verkehr weiter in die Höhe treiben, sondern auch die Lärmbelästigung und den Schadstoffausstoß durch den PKW und LKW-Verkehr mehr als verdoppeln. Zudem wird auf den umliegenden Gemeinden ein erheblicher Siedlungsdruck lasten. Dieses zieht wiederum hohe Kosten für die Gemeinden für notwendige Infrastrukturen wie Kindergärten, Schulen, Ver- und Entsorgung nach sich.

Trotz dieser seit Jahren ungeklärten Fragen gibt es nach wie vor keinerlei Kosten-Nutzen Schätzung und Folgekostenrechnung von der Stadt Starnberg für das Vorhaben.

„Es soll also erst mal Landschaft verbaut werden, ohne genau zu wissen ob die Rechnung dafür am Ende nicht der Steuerzahler zu tragen hat!“

Zusammenfassend äußerten sich viele der Teilnehmer empört über diese Planungen und kritisierten das Vorhaben in Zeiten der Klimakrise als umweltbelastend und nicht zeitgemäß.